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Case · Human Brand Impact

Bekannter heißt nicht wirksamer: M’Barek vs. Barth

Ein Streamingdienst sucht das Gesicht für die Neukundenkampagne: der bekanntere Komiker oder der beliebtere Schauspieler? Die Impact-Analyse prognostiziert, wer wirklich Käufer bringt — durchgerechnet am Beispiel Netflix.

BeispielanalyseDatenbasis: HBI-GrundlagenstudieN = 1.020 BefragteKäuferreichweite nach 4 Wochen
Transparenz: Dieses Szenario ist eine Beispielanalyse auf Basis unserer Grundlagenstudie — kein Kundenauftrag von Netflix. Die Messwerte sind echt.

Das Ergebnis

+3,38 Prozentpunkte Käuferreichweite mit Elyas M’Barek — Mario Barth schafft +0,42.

Der achtfach wirksamere Kandidat ist der deutlich unbekanntere. Der Grund: Barth polarisiert — 35 Prozent der Befragten zählen zu seinen Hatern.

Die Kandidaten

96 % Bekanntheit gegen 4 % Hater

Elyas M'Barek

Elyas M’Barek

59 %
bekannt
4 %
Hater
54 %
positiv erreichbar

Deutlich geringere Bekanntheit, aber kaum Ablehnung — und er verbessert das Markenimage in den relevanten Dimensionen Eleganz, Style und Humor.

Mario Barth

Mario Barth

96 %
bekannt
35 %
Hater
61 %
positiv erreichbar

Fast jeder kennt ihn, und rechnerisch erreicht er sogar mehr Menschen positiv — aber die starke Polarisierung frisst die Kampagnenwirkung auf.

Das Experiment

So wird Wirkung messbar, bevor der Spot existiert

Der Testimonial-Effekt lässt sich experimentell reproduzieren — mit einem Kontrolldesign, das den Imagetransfer ex ante misst.

1

Kontrollgruppen-Split

1.000 Befragte werden in zwei Gruppen geteilt: Gruppe 1 bewertet zuerst den Prominenten, dann die Marke — Gruppe 2 umgekehrt.

2

Priming messen

Der Unterschied zwischen beiden Gruppen ist der Imagetransfer: Wer den Promi zuerst bewertet, überträgt dessen Eigenschaften unbewusst auf die Marke.

3

Kaufwahrscheinlichkeit

Aus der veränderten Markenbewertung ergibt sich eine veränderte Kaufwahrscheinlichkeit — positiv bei Fans und Sympathisanten, negativ bei Hatern und Nicht-Kennern.

4

Erfolgsbedingung

Ein Testimonial lohnt sich, wenn der Gewinn bei Fans, Sympathisanten und Indifferenten größer ist als der Verlust bei Nicht-Kennern und Hatern.

Die Prognose

Zusätzliche Käuferreichweite nach vier Wochen

Elyas M’Barek+3,38 pp
Mario Barth+0,42 pp

Zur Einordnung: Der durchschnittliche Testimonial-Effekt liegt bei +1,43 Prozentpunkten Käuferreichweite in vier Wochen — M’Barek läge deutlich darüber, Barth deutlich darunter.

Die Rechnung dahinter

Keine Blackbox: so entsteht der Wert

Die Käuferreichweite wird vor und nach dem Testimonial-Kontakt gemessen — auf Basis echter Käufe im Panel, nicht bloßer Kaufabsicht. Die Differenz wird mit der Shapley-Wichtigkeit der Promi-Einstellung gewichtet, damit nur der Effekt zählt, der wirklich vom Testimonial stammt.

Formel
(Käuferreichweite nachher − Käuferreichweite vorher) × Wichtigkeit der Promi-Einstellung (Shapley-Value)
Beispiel Durchschnitt
(31,33 % − 29,01 %) × 61,53 % ≈ +1,43 Prozentpunkte
Datenbasis
HBI-Grundlagenstudie, zwei Messzeitpunkte im Abstand von vier Wochen (N = 1.020 / 588)

Treiberanalyse (Shapley-Value)

Der Promi macht den Unterschied — nicht der Spot

62%
Einstellung zum Prominenten
26%
Art des Werbespots
12%
Bewertungsreihenfolge

Die Theorie dahinter

Zwei Wege, auf denen ein Testimonial wirkt

01

Affektives Priming (unbewusst)

Die Einstellung zum Prominenten färbt automatisch auf die Marke ab: Die Frage „Wie gut gefällt mir die Marke?“ wird teilweise durch die einfachere Frage „Wie gut gefällt mir der Prominente?“ ersetzt. Das wirkt in beide Richtungen — bei Barths 35 % Hatern auch negativ.

02

Kognitives Endorsement (bewusst)

Die aktive Fürsprache wirkt nur, wenn Marke und Prominenter sich ähnlich sind — Konsumenten sind misstrauisch gegenüber Manipulationsversuchen. Primen lassen sich meist nur Fans; schon Sympathisanten können mit Kaufzurückhaltung reagieren.

Die vollständige Herleitung beider Mechanismen: Die HBI-Methodik →

Was Marken daraus mitnehmen

Wirkung vor Kampagnenstart prognostizieren
Das Kontrolldesign misst den Testimonial-Effekt, bevor Budget fließt
Polarisierung quantifizieren
35 % Hater sind ein messbares Risiko — kein Bauchgefühl
Echte Käufe statt Kaufabsicht
Zwei Messzeitpunkte im Panel machen den Effekt belastbar
Nach Bekanntheit auswählen
Der bekannteste Kandidat wäre die achtfach schwächere Wahl gewesen

Erhebungsdesign

Untersuchungsgegenstand
Wirkung von Testimonial-Werbung auf Markenimage, Kaufwahrscheinlichkeit und Käuferreichweite — hier als Entscheidungsszenario zwischen zwei Kandidaten.
Studiendesign
20 Corporate Brands × 20 Human Brands × 20 Werbespots in randomisierter Zuordnung, mit Kontrollgruppen-Design für den Imagetransfer.
Stichprobe
N = 1.020 Befragte (15–69 Jahre), davon 588 im zweiten Messzeitpunkt nach vier Wochen.
Methode
Zwei-Wellen-Panelbefragung mit Messung tatsächlicher Käufe; Treiberzerlegung per Shapley-Value.

Download

Die komplette Analyse als PDF

23 Seiten Impact-Analyse: Berechnungsgrundlage, beide Wirkmechanismen und das komplette Studiendesign.

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